es wird immer alles anders

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nichts als ohrenflimmern...

ohrenflimmern

Grandiose erste Sätze braucht das Land. Ob diese nun im Zeichen des Geschlechtsverkehrs oder aber, noch banaler, im Zeichen des Geheimkonzerts der Strokes in Berlin stehen - das Jahr 2005 war das Jahr der Vorschusslorbeeren. Aber wer kann's verdenken. Nach dem musikalisch dürftigsten ersten Halbjahr des neuen Jahrtausends (was für eine zeitliche Einordnung - das hört sich an, als wenn ich total die Ahnung hätte) kamen gefühlte 2.341 Bands aus Schweden, England, New York und Kanada, die antraten den Rock'n'Roll zu retten, neu zu erfinden oder, frei nach Barthes, zu dekonstruieren - den Text fortzuschreiben, der nie Werk werden wird.

Ich möchte ein Plädoyer ablegen: Für den eigenen Musikgeschmack, das Vertrauen in das eigene Rhythmusgefühl, das eigene Gehör für geniale Melodien, die Sucht nach dem Text, der Schmerz ist. Denn ich möchte von Musikredakteuren nie mehr Sätze lesen wie "Balu ist das zentrale Stück der Platte" oder "48 Stunden ist das Lied der Stunde" (ja, es stand so da - welch hirnverwundener Humor). Wenn, dann möchte ich meinen eigenen Schmerz mitbringen und auf die Platte legen. Und dann ist es "die Ausfahrt zum Haus deiner Eltern", die mir nahe geht. Dafür brauche ich keine diskursiv ausgefeilte Begründung aus der Spex - das Gefühl stimmt einfach.

Und wenn ich die Kritiken in der aktuellen Musikexpress lese, dann möchte ich bei denen in den Redaktionstisch beißen, bei Saturn Regale anzünden und mich bei all' den Freunden bedanken, die mir in den letzten Jahren verläßliche Anspieltipps gegeben haben und dem Underground Record Store am Hansaring für sein exellent sortiertes Gesamtwerk danken.

Bildet Banden.
Panzerschlacht im Sommerregen.


1 Kommentar 26.1.06 08:00, kommentieren